Gespeichert von nearbees am Fr., 26.03.2021 - 10:23

Bienenarten im Überblick - Verbreitung, Aussehen und Eigenschaften

Viele Honigbienen sitzen nah aneinander

Weltweit gibt es über 20.000 Wildbienenarten. Mit 7 verschiedenen Arten kommt die Honigbiene da vergleichsweise sparsam daher. Wenn bei uns die Rede von Bienen ist, dann ist in der Regel die Westliche Honigbiene gemeint. Sie ist auch die einzige Art, die Du in Deinem Garten beobachten kannst, da sie - im Gegensatz zu den 6 anderen Arten - in Europa und nicht in Asien verbreitet ist.

Trotz enger Verwandtschaft und einiger Gemeinsamkeiten verfügt jede Art über einzigartige optische Eigenschaften, Verhaltens- und Lebensweisen. Angefangen von berauschendem Honig mit halluzinogener Wirkung, bis hin zu haarsträubenden Verteidigungsmechanismen gegen Feinde - alle Bienen sind es wert, ihnen nähere Beachtung zu schenken!
 

Honigbienenarten in der Übersicht

Ob im eigenen Garten oder tief im Regenwald - Honigbienen lassen sich beinahe überall entdecken. Falls Du Dich bereits mit Honigbienenarten befasst hast, bist Du vielleicht über unterschiedliche Zahlen gestolpert. Das liegt daran, dass Wissenschaftler sich nach wie vor darüber streiten, wie viele Arten es tatsächlich gibt. Die Zahlen schwanken dabei zwischen 7 und 12. 

Die Artenabgrenzung ist hier das Kernproblem: Manch einer sieht die Kliffhonigbiene als Unterart der Riesenhonigbiene, während andere die Unterarten der Östlichen Honigbiene als eigenständige Art betrachten. In unserem Beitrag gehen wir von 7 Arten aus und möchten Dir diese mit all ihren Eigenarten und Besonderheiten genauer vorstellen. 

Westliche Honigbiene - Apis mellifera

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet der Westlichen Honigbiene lag in Europa, Afrika und Vorderasien. Weil sie aber überaus eifrig Honig produziert, wurde sie schon früh kommerziell genutzt und in diesem Zuge weltweit verbreitet. Zum Glück ist Apis mellifera ein wahres Anpassungswunder! Ob Bergregion oder Küste, Europa oder Südamerika - sie macht sich überall ein Zuhause. So gibt es 25 verschiedene Unterarten, deren Lebensweisen und Aussehen perfekt an die jeweilige Heimat angepasst sind. Diese können wiederum in 5 große Gruppen unterteilt werden: dunkle Honigbienen aus Nord- und Westeuropa sowie Nordafrika, die Carnica Gruppe, Bienen des tropischen Afrikas, Bienen des Vorderen Orients und die mittelasiatische Apis mellifera pomonella. 
Anders als Zeichentrickfilmen dargestellt, ist Apis mellifera nicht gelb-schwarz, sondern braun-schwarz gestreift. Ihr Hinterleib ist schwach bepelzt und ihre Form ist gedrungen-rundlich. Mit ihren Hinterbeinen sammelt sie Pollen, der zu Pollenhöschen geklopft zum Stock getragen wird.

Westliche Honigbienen im Detail

Auf ihren Sammelflügen kann ihr kleiner Körper einiges leisten: Ganze 30 Kilometer pro Stunde können Bienen erreichen (zum Vergleich: die Durchschnittsgeschwindigkeit des Menschen liegt bei 9 Kilometern pro Stunde). Durch das Zittern ihrer kräftigen Flugmuskulatur können sie Wärme erzeugen, die ihnen während der kalten Monate zugutekommt. Mit ihren großen an Pilotenbrillen erinnernden Facettenaugen können sie ultraviolettes Licht erkennen. Allerdings sind die fleißigen Bienen rot-blind: das heißt, sie nehmen kein Rot wahr, sondern sehen stattdessen schwarz.

Was die Verteidigung des Stocks angeht können nur die Arbeiterinnen mithelfen. Sie haben einen voll ausgeprägten Giftstachel, während die Drohnen dahingehend leer ausgehen. Aber keine Sorge! In der Regel sind Bienen so vertieft in ihre Sammelarbeiten, dass sie Menschen kaum wahrnehmen. Anders als Wespen sind sie nicht daran interessiert, uns Pflaumenkuchen, Steak & Co. streitig zu machen. 

Das Innere einer Beute von Westlichen Honigbienen

Sie stechen nur zu, wenn sie sich bedroht fühlen. Und damit unterschreiben sie ihr eigenes Todesurteil: Die Widerhaken ihres Stachels verhaken sich in der elastischen Haut des Menschens und bleiben stecken, sodass bei der Flucht der gesamten Hinterleib heraus reißt. 

Im Bienenstock lebt Apis mellifera in einem Bienenstaat, der zur Hochsaison des Bienenjahres bis zu 50.000 Individuen umfassen kann. Ein Volk besteht aus einer Königin, Arbeiterinnen und Drohnen. Die weiblichen Arbeiterinnen sammeln fleißig Nektar und Pollen und putzen und bewachen den Bienenstock. Sie sind Ernährerinnen, Haushaltshilfen und Bodyguards in einem. Die Drohnen hingegen haben genau eine einzige Aufgabe. Sie sollen die Bienenkönigin befruchten, damit sie nach dem Hochzeitstanz fleißig Eier ablegen kann. Die klaren Aufgabenbereiche und Zuständigkeiten zwischen Männchen und Weibchen beweisen, wie ausgeklügelt und komplex der Bienenstaat als Organismus ist, dessen wichtigstes Ziel immer das Weiterbestehen der eigenen Art ist. 

Die Östliche Honigbiene - Apis cerana

Die Östliche Honigbiene ist die asiatische Schwester unserer westlichen Apis mellifera und unterscheidet sich äußerlich kaum von ihr. Manchmal wird sie auch vereinfacht als Asiatische Biene bezeichnet. Ihr Verbreitungsgebiet liegt hauptsächlich in Südostasien, Borneo, Japan, Nepal, Indien und Sri Lanka.
Sie gilt als ursprünglicher Wirt der Varroamilbe, hat aber über Jahrtausende hinweg einen hilfreichen Schutzmechanismus entwickelt: Durch intensives Putzverhalten und das Entfernen befallener Brut hält sie den lästigen Parasiten auf natürliche Weise  in Schach. Für unsere heimischen Bienen hingegen ist die Varroamilbe eine der gefährlichsten Bedrohungen und gilt als ein Grund für das Bienensterben.

Wabe der Östlichen Honigbiene an einem Ast

Obwohl die Apis cerana weitaus weniger Honig produziert als beispielsweise die westliche Honigbiene, ist sie wegen ihrer Resistenz für die Imkerinnen in ihrer Heimat die beste Wahl. 

Eine weitere Besonderheit der Apis cerana ist ihr außergewöhnlicher Verteidigungsmechanismus gegen Hornissen. Entdeckt eine Biene eine Hornissenspäherin, teilt sie dies ihren Kolleginnen durch das Zittern ihres Hinterteils mit - die Operation “Hitzekugel” beginnt.

Ein Schwarm Östlicher Honigbienen an einem Ast

Dabei stürzen sich hunderte von Bienen blitzartig auf die Hornisse und bilden einen ballförmigen Schwarm um sie herum. Unterdessen steigen im Inneren des Gewusels die Temperaturen durch das Muskelzittern der Bienen auf bis zu 45° Grad. Eine Hitze, die die Hornisse nicht überlebt. Sie kollabiert und stirbt. Damit ist Apis cerana das einzige staatenbildende Insekt, das sich gegen die asiatische Hornisse wehren kann! Für die Bienen selbst sind die hohen Temperaturen zwar auszuhalten, aber auch sie müssen achtsam sein, nicht daran zu sterben. Wie sie das aber anstellen, ist Wissenschaftlerinnen nach wie vor ein Rätsel.

Die Riesenhonigbiene - Apis dorsata

Wie es ihr Name vermuten lässt, ist die Riesenhonigbiene ziemlich groß - ungefähr so groß wie eine Hornisse! Und doch ist sie "nur" die zweitgrößte Honigbienenart. Sie kommt in Indien und Südostasien vor und bestäubt dort hauptsächlich Senfpflanzen. Die Arbeiterinnen sind in der Regel bernsteinfarben, während sich die Königin in majestätisches Schwarz hüllt.

Bienenbaum mit Wabe der Riesenhonigbiene

Im Frühling und Sommer nisten die Insekten in Bäumen, in denen sie eine einzige Wabe bauen, die über 1 Meter groß werden kann!  Diese ist zwar offen gebaut, doch die junge Brut wird durch einen dicken Vorhang aus Bienen geschützt. Die Bäume, die die Bienen für ihre Wabenkunstwerke auserküren, werden “Bienenbäume” genannt. Eine Kolonie der Riesenhonigbiene besteht aus bis zu 100.000 Bienen. Dabei nisten zum Teil mehrere Völker an einem Bienenbaum, wodurch dieser schnell durch mehrere Millionen Individuen besiedelt wird.
Interessant ist dabei, dass sie trotz ihrer Nachbarschaft unabhängig voneinander agieren. Sie verteidigen beispielsweise nicht gemeinsam ihre Nester, sondern reagieren erst auf Eindringlinge, wenn das eigene Nest bedroht wird. Ist das der Fall, reagiert die Riesenhonigbiene höchst aggressiv auf Störungen in der Nähe des Nestes. Sie verfolgt Störenfriede bis zu einem Kilometer weit und greift in Massen an. Dabei ist ihr Stich weit schmerzhafter als der unserer heimischen Biene und etwa hundert Stiche würden ausreichen, um einen erwachsenen Menschen zu töten. Sobald die ersten Bienen bei der Verfolgungsjagd zugestochen haben, lockt ein Duftstoff noch mehr Kolleginnen an, die dann ebenfalls zum Angriff ansetzen und zustechen. Nicht ohne Grund gehört die Riesenhonigbiene zu den aggressivsten Tieren der Welt.

Entsprechend gefürchtet ist die Apis dorsata unter Einheimischen, die aber zugleich von ihr in den Bann gezogen sind. Die Bienenbäume gelten als heilig und werden verehrt. Oft werden Schreine gebaut, an denen religiöse Riten durchgeführt werden und deren Standort vor Fremden geheim gehalten wird. Aufgrund ihres aggressiven Verhaltens hat sie im Bereich der Säugetiere keine Feinde - abgesehen vom Menschen.

Neben ihrem besonderen Verteidigungsmechanismus zeichnet sich die Riesenhonigbiene auch durch ihre Wanderlust aus. Wenn im November die Regenzeit anbricht, ziehen die Bienenvölker wie die Zugvögel zum Überwintern in die Sumpflandschaft des Assam. Dabei ist die Riesenhonigbiene eigentlich sehr resistent: Regengüsse, Trockenheit, Luftfeuchtigkeit und Kälte lassen sie unbeeindruckt. Der Monsun alleine ist also kein Grund, die Wanderschaft anzutreten. Das Problem ist vielmehr folgendes: Während der Regenzeit lässt die Aktivität der Blütenpflanzen erheblich nach, was der Riesenhonigbiene sehr zusetzt und sie zum Auswandern veranlasst.

Mehrere Riesenhonigbienen nah nebeneinander

Während ihrer Reise legt Apis dorsata bis zu 200 Kilometer zurück und muss etwa alle 5 Kilometer eine Verschnaufpause einlegen, um zu ruhen und frischen Pollen und Nektar zu sammeln. Nach ihrer Wanderung kehren sie zu ihrem ursprünglichen Bienenbaum zurück. Wie sie die Bäume jedes Jahr wiederfinden und was an den Bäumen so besonders ist, ist Forschern noch schleierhaft. Im Laufe eines Jahres hat die Apis dorsata also zwei größere produktive Brutperioden und zwei etwa dreiwöchige Wanderperioden.

Die Kliffhonigbiene - Apis labriosa

Die Kliffhonigbiene ist mit bis zu 3 Zentimetern Länge die größte der 7 Honigbienenarten. Lange Zeit zählte man sie als Unterart der Riesenhonigbiene, da sie beispielsweise gleich aufgebaute Geschlechtsorgane haben. Heutzutage tendieren Wissenschaftlerinnen dazu, sie als eigene Art zu werten. Denn neben den äußerlichen Unterschieden legen die beiden Arten auch verschiedene Verhaltensweisen an den Tag: Die Kommunkationstänze von Apis dorsata und Apis laboriosa grenzen sich klar voneinander ab und die Hochzeitstänze der Königinnen finden zu unterschiedlichen Uhrzeiten statt - ein klares Indiz für zwei eigenständige Arten.

Nest eines Volkes Kliffhonigbienen

Die Kliffhonigbiene ist in Tibet, Nepal und China beheimatet. Sie hat weiße Hinterleibsringe und Haare, die bis zu 0,4 Millimeter lang werden können - mit anderen Worten: sie besitzt einen kuscheligen und vor allem wärmenden Pelzmantel. Den kann sie auch gut gebrauchen: das Gebirgsklima ihrer Heimat ist rau und im Oktober macht sie sich obendrein zu ihrem Winterstandort in luftigen 800 Metern Höhe auf. Das ist für Apis laboriosa noch niedrig, denn im Sommer nistet sie in schwindelerregenden Höhen von bis zu 3000 Metern.

Kliffhonigbienen Nester an Felsen

Ihren Namen verdankt die Kliffhonigbiene, auch Riesenbergbiene genannt, ihrer einzigartigen und spektakulären Nistweise: Sie baut ähnliche Nester wie die Riesenhonigbiene, die sich aber an schroffen Felswänden und steilen Felsklippen befinden. 

Leider ist das Vorkommen der Kliffhonigbiene in Nepal und Tibet gefährdet, da dort die uralte Tradition und Mutprobe der Honigjagd verbreitet ist. Zweimal im Jahr macht sich das Volk der Gurung auf die Suche nach dem flüssigen Gold der Apis laboriosa und begibt sich dafür in schwindelerregende Höhen. Der Grund für das waghalsige Unterfangen blüht in den sommerlichen Monaten in großen Höhen: Rhododendren. Deren Nektar und Pollen beinhalten Grayanatoxin, was dem Honig der Kliffhonigbiene eine halluzinogene Wirkung verleiht. Dadurch wird die Jagd im wahrsten Sinne des Wortes berauschend. Die Gurung verwenden den besonderen Honig in erster Linie für medizinische Zwecke: Ein Löffel täglich soll das Immunsystem stärken, Gelenkschmerzen lindern und ein langes und fruchtbares Leben ermöglichen.

Die Asiatische Rote Honigbiene - Apis koschevnikovi

Die Asiatische Rote Honigbiene wird vereinfacht als Rote Honigbiene bezeichnet. Sie lebt eigentlich in den Regenwäldern von Borneo, Java, Sumatra und im Süden Thailands. Da sie aber auf einen intakten Lebensraum angewiesen ist, kommt sie heute fast nur noch auf Borneo vor. Apis koschevnikovi ähnelt äußerlich stark der Apis cerana. So haben beide Exemplare zum Beispiel eine vierte Filzbinde am letzten Hinterleibring. Die rote Asiatische Honigbiene hat aber wie ihr Name vermuten lässt, ein leuchtend braun-rotes Kleid, woran man sie eindeutig identifizieren kann. Auch die gelbe Stirnplatte verrät: hier handelt es sich nicht um die östliche Honigbiene. Leider steckt die Forschung zur Apis koschevnikovi noch in den Kinderschuhen - aber in den kommenden Jahren wird man sicherlich auf weitere beeindruckende Erkenntnisse stoßen.

Offene Waben der Asiatischen Honigbiene in Baumkrone

 

Die Zwerghonigbiene - Apis florea

Die Zwerghonigbiene ist vom Oman bis zu den indonesischen Inseln verbreitet. Es handelt sich bei ihr um die zweitkleinste Vertreterin ihrer Art. Sie erreicht eine Größe von circa 11 Millimetern - das ist so groß wie eine Stubenfliege. 

Zwei Zweghonigbienen auf einem Blatt

Entsprechend kurz ist ihr Stachel: Er kann die menschliche Haut nicht durchdringen. Da ihr Stich nicht einmal die Auswirkungen eines Mückenstichs hat, kann ihr Nest daher gefahrlos transportiert werden. Und auch die Wabe der Apis florea ist entsprechend klein: Nur handtellergroß wird das Gebilde aus Wachs, das die sie an einem Zweig anfertigt. Im Gegensatz zu anderen Arten hat ihr Honigraum keine Mittelwand, sondern ihre Waben sind strahlenförmig um den Ast herum angeordnet. Am oberen Ende befindet sich eine waagerechte Plattform, auf dem der Schwänzeltanz durchgeführt wird. Um die im freien befindliche Wabe vor Feinden zu schützen, bildet die Mehrheit des Volkes, das aus circa 20.000 Individuen besteht, eine Art lebendigen Mantel. 

Eine spannende Eigenschaft der Zwerghonigbiene ist ihre Verständigung bei Bedrohungen. Erspäht eine heimkehrende Sammelbiene einen Feind, zum Beispiel einen Vogel, presst sie ihren Körper an die Wabe und erzeugt einen Pieplaut. Dieser breitet sich schlagartig via Schwingungen über die gesamte Wabe aus und lenkt schnell die Aufmerksamkeit aller Kolleginnen auf sich. Sie antworten mit einem Zischen - eine ruft und alle antworten. Aufgrund des Wechselgesanges stellt das Volk sofort alle Sammelflüge ein und keine Biene verlässt mehr den Stock. So stehen im Falle eines Angriffs so viele Stacheln zur Verfügung wie irgend möglich. Dieses Phänomen ist unter staatenbildenden Insekten einzigartig.

Die Zwergbuschbiene - Apis andreniformis

Die Zwergbuschbiene ist mit einer Größe von 8-9 Millimetern die kleinste Honigbiene der Welt und in Südostasien und Borneo zuhause. Apis andreniformis hat eine dunkle Färbung mit teils bräunlich Filzbinden, weshalb man sie auch “schwarze Biene” nennt. Besonders wohl fühlt sie sich an finsteren Orten: Ihre Nester baut sie am liebsten tief im Gebüsch, versteckt zwischen Ästen und Blattwerk. Dort kommt lediglich 30 Prozent des einfallenden Sonnenlichts an. Die maximal 10 cm großen Waben sind offen gebaut. Zum Vergleich: Die Waben ihrer großen Schwester, der Kliffhonigbiene, werden bis zu 1 Meter groß.

Wabe der Zwergbuschbiene um einen Ast

Mehrere Zwergbuschbienen auf gelben Ästen

Die winzige Zwergbuschbiene ist ein kleiner Angsthase in Gefahrensituationen. Zwar verströmt sie bei Gefährdungen ein Alarmpheromon und setzt zum Angriff an, verlässt aber anschließend das Nest und macht sich auf die Suche nach einem neuen Zuhause - sie ist eine richtige Nomadin!
Leider ist über Apis andreniformis bisher nur wenig bekannt, aber wir warten mit Spannung auf neue Forschungsergebnisse rund um den faszinierenden Winzling.

Wild, single und essentiell - Wildbienen, die Schwestern der Honigbienen

Honigbienen unterscheiden sich vor allem hinsichtlich ihrer Verhaltens- und Lebensweise von ihren Schwestern, den Wildbienen. Und auch in Sachen vielseitiger und individueller Optik stehen Wildbienen ihnen in nichts nach: von einer millimeter großen Erscheinung, über eine dunkle Färbung mit spärlicher Behaarung bis hin zu dicken Brummern mit dichtem Pelzmantel ist alles dabei. Letzteres trifft zum Beispiel auf Hummeln zu, die ebenfalls zu den Wildbienen zählen.
Im Gegensatz zu den staatenbildenden Honigbienen leben Wildbienen meist solitär oder in sozialen Kleingruppen- quasi die Singles unter den Bienen! Sie nisten an den unterschiedlichsten Orten, wovon beinahe 50 Prozent unterirdisch sind. Verlassene Mauselöcher und selbst gebuddelte Nistgänge sind zum Beispiel sehr beliebt. Aber auch morsches Holz, Pflanzenstängel oder leere Schneckenhäuser werden gerne als Kinderstube verwendet. Eine Ausnahme bilden hier Hummeln: sie leben nicht solitär wie die meisten Wildbienen, sondern bilden soziale Gemeinschaften, sogenannte Hummelstaaten in Steinhaufen und Erdhöhlen. Ähnlich wie Honigbienen weisen sie also ein ausgeprägtes Sozialverhalten auf, wenn auch in einem tendenziell geringeren Grad. Beispielsweise ist die Funktion einer Hummel innerhalb ihres Volkes nicht an ihrem Aussehen zu erkennen, was bei eusozialen Honigbienen durchaus der Fall ist.

Grundsätzlich produzieren Wildbienen keinen großen Honigvorrat, den sie verteidigen müssten. Aus diesem Grund haben die meisten Wildbienen nur einen kurzen Stachel, der die menschliche Haut nicht durchstechen kann. Doch auch wenn Wildbienen mit ihrer Honigproduktion nicht aufs Siegertreppchen kommen, sind die doch von essentieller Wichtigkeit: Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Honigbienen allein für die optimale Bestäubung von Pflanzen nicht ausreichen, sondern die zusätzliche Bestäubungsleistung ihrer wilden Schwestern die besten Erträge liefert. Umso fataler ist es also, dass von den 550 in Deutschland lebenden Wildbienenarten über die Hälfte auf der roten Liste stehen.  

Wildbiene auf einem Blatt

Alles rund um Wildbienen

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Der Grund hierfür liegt in der sog. Koevolution von Flora und Fauna: Viele Wildbienenarten haben sich im Laufe ihrer Entwicklung auf den Nektar und Pollen einer Pflanzenart spezialisiert. Die jeweilige Pflanzenart wiederum kann nur durch diese eine Wildbienenart bestäubt werden und fortbestehen. Weichen also im Zuge der intensiven Landwirtschaft mehr und mehr vielseitige Wiesen und Ackerflächen eintönigen Monokulturen, schrumpfen auch die Bestände an Pflanzen und deren Feinschmecker-Wildbienen. 
Du möchtest mehr über diese wilden Schwestern erfahren? Von der Roten Mauerbiene bis hin zur Großen Holzbiene kannst Du Vertreter der Wildbienen detailliert in unserem Blog kennenlernen.

Ob Honig- oder Wildbienen: Alle Bienenarten brauchen unserer Unterstützung

Wildbienen brauchen unseren Schutz ebensosehr wie alle andere Bienenarten. Mehr als die Hälfte aller auf der roten Liste stehenden Bienenarten sind stark vom Aussterben bedroht oder bereits ausgestorben. Es ist also höchste Zeit zu handeln! Denn Bienen sind essenziell für unsere heimische Natur und damit für uns Menschen. Sie bestäuben beinahe 80 Prozent unserer Pflanzen “im Vorbeifliegen” und sichern damit deren Fortbestehen. Eine unmittelbare Folge des Bienensterbens sind daher der Rückgang unserer Artenvielfalt sowie unserer Ernten. Wer also nicht vor leeren Supermarktregalen und einer spärlichen Obst- und Gemüseauswahl stehen will, sollte das Bienensterben ernst nehmen und sich aktiv für den Bienenschutz engagieren.
Auch als Einzelner kann man sich hier effektiv engagieren. Greife unseren summenden Freunden unter die Flügel, indem Du blühende Bienenweiden in Deinen Garten pflanzt, mithilfe von Insektenhäusern Nistraum schaffst, insektenfreundlich gärtnerst oder regionalen Honig kaufst, um die Imkerinnen in Deiner Nachbarschaft zu unterstützen.

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