Gespeichert von nearbees am Fr., 17.09.2021 - 12:01

Bienenfreundliche Bepflanzung - Bienenlieblinge in Garten & Balkon

Ob Wiesen, Wälder oder im eigenen Garten: Pflanzen sind allgegenwärtig und noch dazu eine wahre Augenweide. Mit wertvollem Pollen und Nektar dienen sie außerdem als wichtige Nahrungsquelle für Bienen und andere Insekten.

Ohne Bestäuber keine Pflanzen: die Symbiose von Biene und Blüte

Blüten und Bienen stehen in einem symbiotischen Verhältnis zueinander: Ohne den wertvollen Nektar und Pollen würden die fleißigen Insekten schlichtweg verhungern. Umgekehrt sichern Bienen jedoch auch den Fortbestand der heimischen Flora - so herrscht ein ständiges Geben und Nehmen zwischen Insekt und Pflanze. Auch wir Menschen haben Vorteile durch die Bestäubungsleistung der Bienen: Ohne sie würden Apfel, Himbeere & Co. keine oder viel weniger Früchte tragen. Es profitiert also nicht nur die Natur von einem intakten Ökosystem, sondern auch wir Menschen. 
Aber nicht alle Pflanzen sind für jede Biene geeignet. Neben Generalisten wie der Honigbiene und vielen ihrer wilden Schwestern ernährt sich rund ein Drittel der Wildbienenarten rein oligolektisch: Sie sind auf die Blüten einer ganz bestimmten Pflanze oder Pflanzenfamilie spezialisiert. Die Pflanze hat so ihre persönliche Bestäuberin, ist aber genauso abhängig von der Wildbienen wie diese von ihr.

Eine Wiese mit bienenfreundlichen Pflanzen

Ein ganzjährig gedeckter Tisch: Nahrungsangebot für Bienen

Frühlingskrokusse mit Bienen

Nach der wohlverdienten Winterruhe sind viele Wildbienen schon bei den ersten Sonnenstrahlen aktiv. Die vom Imker betreuten Honigbienen bleiben gerne noch etwas länger im warmen Stock, bis die Außentemperaturen bei über zehn Grad Celsius liegen. Für sie alle gilt allerdings: Die Nahrungsversorgung muss gewährleistet sein. Deshalb müssen Bienen und anderen bestäubenden Insekten über das ganze Jahr hinweg blühende Pflanzen zur Verfügung stehen, an denen sie Futter sammeln können.

Besonders beliebt sind dabei Pflanzen mit hohen Nektar- und Pollenwerten, auch Insekten- oder Bienenweiden genannt. Zu diesen zählen nicht nur Zierblumen wie Phacelia oder Lavendel, sondern auch verschiedene Sträucher, Bäume oder Kräuter, z. B. die Blüten von Linde oder Thymian.

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Hübsch, aber nutzlos: bienenfeindliche Pflanzen

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Feind & Freund im Bienengarten

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Obwohl an manchen Flächen eine Vielzahl an Blumen, Bäumen oder Sträuchern zu finden ist, bleiben die Bienen oft aus. Denn für die Insekten ist nicht jede Blüte gleich wertvoll - hier gibt es einige Besonderheiten, auf die es zu achten gilt. So finden Bienen an besonders prachtvollen Blüten oft keine oder nur schwer Nahrung, denn die nektar- und pollenproduzierenden Blütenorgane haben sich bei diesen durch Zucht oder auch natürliche Mutationen in opulente - jedoch nutzlose - Blütenblätter gewandelt. Ungefüllte Arten von Dahlie, Rose & Co. sind aus diesem Grund um einiges beliebter bei Bienen, aber auch bei anderen bestäubenden Insekten. In Sachen Schönheit stehen sie gefüllten Blüten allerdings in nichts nach. 
Hybriden Arten wie der Forsythie können Bienen ebenfalls wenig abgewinnen. Bei ihnen handelt es sich um Kreuzungen aus verschiedenen Pflanzenarten - oft enthalten sie in der Folge nur wenig Nektar und Pollen. Ähnlich verhält es bei Blüten, die sich auf Windbestäubung spezialisiert haben: Sie produzieren weder Nektar noch Duftstoffe und sind sowohl für Honig- als auch für Wildbienen somit gänzlich uninteressant.

Obstblüte, Lavendel, Besenheide: Bienenweiden im Jahresverlauf

Eine Biene an Obstblüten

Manche Pflanzen sind bei Bienen beliebter als andere. Besonders für Honigbienen mit ihren großen Völkern sind ergiebige Nahrungsquellen von großer Bedeutung. Bienenweiden werden wegen ihres reichhaltigen Pollen- und Nektarangebots dabei besonders häufig angeflogen und sind über das ganze Jahr hinweg in Form verschiedener Pflanzenarten zu finden.

Im Frühjahr sind bei niedrigen Temperaturen noch recht wenig Bienen unterwegs. Aber besonders Wildbienen sind Frühstarter und schon in den frühen Monaten des Jahres auf Nahrungssuche. Zu den frühen Trachtquellen zählen Salweide und Obstblüten, aber auch an Krokussen oder Christrosen finden die Insekten reichlich Nahrung, an der sie sich nach der langen Winterruhe stärken können.

Im Sommer herrscht Hochbetrieb bei den Bienen: Jetzt blühen die Pflanzen nur so um die Wette. Auf den Feldern zeigen sich seit einiger Zeit gelbe Rapsblüten, viele Feldränder werden von Mohn und Kornblumen geziert und in Gärten und auf Balkonen finden sich Pfingstrosen, Lavendel oder Katzenminze. Das Blütenmeer scheint schier endlos und Honig- und Wildbienen werden mühelos satt. 

Im Herbst werden die Trachtpflanzen dann wieder knapper und somit das Bienenleben schwieriger. Spätblüher sind jetzt umso mehr gefragt: Hierzu zählen Pflanzen wie Dahlien, die Hohe Fetthenne oder auch der Efeu. Eine der wichtigsten Bienenweiden in dieser Jahreszeit ist aber die Besenheide, die bis in den November reichlich Pollen bietet.

Biene an einer Heidepflanze

Lerne bienenfreundliche Pflanzen für Deinen Garten kennen

Naschgarten & Permakultur: nachhaltige Gartengestaltung für Mensch und Insekt

Für Bienen ist Pflanzenvielfalt überlebenswichtig, aber auch Du profitierst von ihr: Ein bienenfreundlicher Garten ist nicht nur bis spät ins Jahr schön anzusehen, sondern bietet oft auch die ein oder andere Nascherei. 
Ein eigener Naschgarten ist ein nachhaltiges Projekt, bei dem auch Genießer nicht zu kurz kommen. Egal, ob Obst, Gemüse oder Kräuter - wichtig ist: Die Pflanzen sollten unterschiedlich schnell wachsen und gleichzeitig attraktiv für Bienen sein. So sind die Insekten das ganze Jahr über mit Nahrung versorgt, aber auch für Dich bleibt sicherlich etwas übrig.

Immerhin ist durch die Bestäubung der Bienen eine reiche Obst- und Gemüseernte mehr oder weniger vorprogrammiert. 
Eine weitere Möglichkeit für nachhaltige Gartengestaltung bietet die Permakultur. In diesem Modell liegt der Fokus auf einem Kreislaufsystem, das dem der Natur möglichst ähnlich ist. Dadurch soll ein vielfältiger, ertragreicher und sich selbst regulierender Garten geschaffen werden, in dessen Ökosystem auch Insekten Honigbienen und Hummeln ihren Platz finden.

Biene an einer Brombeerblüte

Von Trockenmauern und Sandbeeten: bienenfreundliche Gartengestaltung

Das Wissen um bienenfreundliche Pflanzen ist ein erster Schritt in Richtung bienenfreundliche Garten- oder Balkongestaltung. Doch neben der richtigen Bepflanzung gibt es noch weitere Aspekte zu berücksichtigen, damit Dein Garten zum Bienenparadies wird. Denn auch die Art und Weise, wie Du Deinen Garten pflegst und welche gestalterischen Elemente sich hier finden, ist für Insekten ausschlaggebend. Trockenmauern oder Totholzstapel eignen sich beispielsweise hervorragend als Nistplatz für Wildbienen. Chemische Düngung oder gar Pestizide dagegen sind schädlich für Biene, Schmetterling & Co. und werden am besten durch umweltfreundliche Alternativen ersetzt. Um einen Bienengarten zu schaffen, gibt es also allerlei zu beachten, aber wir haben Dir das Wichtigste zusammengefasst.

Bienenfreundliche Gartengestaltung

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