Dickkopf-Furchenbiene

Heimische Wildbienenarten: die wilden Schwestern der Honigbienen

Die Dickkopf-Furchenbiene

Neben den domestizierten Honigbienen gibt es weltweit etwa 20.000 Wildbienenarten. Anders als die Honigbienen sind die meisten Wildbienen nicht staatenbildend, sondern leben in kleinen sozialen Einheiten: sie sind quasi die Singles unter ihren Artgenossen.
Wildbienen werden sehr selten zur Bestäubung von Pflanzen eingesetzt, obwohl einige Arten aufgrund einer Jahrtausende langen Entwicklung eine innige Symbiose mit bestimmten Pflanzen eingegangen sind. Deshalb können sie diese besonders gut bestäuben – manche Wildbienen sogar nur als einzige Art. Stirbt diese Bienenart, stirbt auch die Pflanze aus. In unserem Blog kannst Du Vertreter der über 500, in Deutschland heimischen, Wildbienenarten kennen lernen. Heute: die Dickkopf-Furchenbiene.

Steckbrief

Dickkopf-Furchenbiene

Lat. Name: Halictus maculatus
Flugzeit: Juli bis Oktober bzw. April bis Oktober
Vorkommen: häufig
Ernährungsweise: polylektisch
Lebensraum: naturnahe Wiesen, Hecken und Waldränder

Beschreibung

Die 7 bis 9 mm große Dickkopf-Furchenbiene, lat. Halictus maculatus, verdankt ihren Namen den Weibchen ihrer Art, die Du am auffallend großen Schädel mit den ausgeprägten Schläfen erkennen kannst. Charakteristisch für beide Geschlechter der Wildbiene sind die breiten, unterbrochenen Tergitendbinden sowie ihr schwarzer Glanz und die helle Behaarung an Kopf und Thorax. Im April kehren die Weibchen aus der Winterruhe zurück und fliegen bis in den Oktober. Die Männchen der Wildbienenart bekommst Du erst ab Juli zu Gesicht.

Ursprung, Habitat und Verbreitung

Die Dickkopf-Furchenbiene ist in Asien und Europa weit verbreitet und ist somit auch in Deutschland häufiger anzutreffen. Hier hält sie sich besonders gerne an Waldrändern, Streuobstwiesen oder Magerrasengebieten auf. Für den Nestbau bevorzugt die Dickkopf-Furchenbiene trockene und vegetationsarme Flächen mit lehmiger Bodenbeschaffenheit. Vereinzelt kannst Du ihre Nester auch an Steilwänden oder Abbruchkanten entdecken.

Verhalten und Lebensweise

Die Dickkopf-Furchenbiene ist primitiv eusozial und baut allein oder mit anderen Weibchen gemeinsam ihre Brutnester. Ebenso überwintern nur die Weibchen - allein oder in einer kleinen Gruppe zusammen. Das Geburtsnest wird nach dem Winter oft wiederverwendet. 
In der ersten Brutgeneration schlüpfen nur Arbeiterinnen. Die zweite Brut bringt Weibchen und Männchen hervor, die paarungsbereit sind. Parasitiert wird die Dickkopf-Furchenbiene vor allem von Kuckucksbienenarten - häufig die Blutbiene, welche ihre Eier in das gemachte Nest einschmuggelt.   
Die Dickkopf-Furchenbiene ist polyektisch und sammelt ihre Nahrung aus neun Pflanzenfamilien.