Amor weiß, was gut ist

Honig und seine Bedeutung für Liebe & Romantik

das flüssige Gold

Der Valentinstag - ein Tag für alle glücklich verliebten Pärchen. Der heilige Valentin, Schutzpatron der Romantik und der Liebenden, ist der Namensgeber des 14. Februars. Doch wusstest Du, dass er auch der Patron der Imker ist? So lässt sich also schon eine erste Verbindung zwischen dem süßen Honig und der Liebe herstellen.

Süße Sagen - Honig in der Mythologie

Die Süße von Honig hat die Menschen seit jeher verzaubert und auch seine wohltuende Wirkung war unseren Vorfahren früh bekannt. Schon um 400 vor Christus lehrte Hippokrates, der große griechische Arzt und Denker,  dass Honigsalben gegen Fieber und Honigwasser gegen Ermüdung hilft. So tranken die erschöpften Athleten der ersten olympischen Spiele Honigwasser, um wieder zu Kräften zu kommen. Unzählige Mythen und biblische Texte handeln vom flüssigen Gold der Bienen oder künden verheißungsvoll von einem “Land, in dem Milch und Honig fließen”.

Über die Zeit hat Honig in den Traditionen und Riten unterschiedlichster Kulturen einen wichtigen Platz eingenommen: Schönheit, Gesundheit oder auch ein langes Leben wurden dem regelmäßigen Konsum von Honig zugeschrieben. Auch seine romantischen Eigenschaften gehen bis in die griechische Mythologie zurück. Ambrosia (das Wort stammt aus dem Altgriechischen und bedeutet so viel wie “Speise der Götter”), der mythische Trank aus Nektar und Honig, soll den antiken Göttern nicht nur Kraft und Unsterblichkeit verliehen haben, sondern auch Schönheit. 

Skulptur von Amor

Gemälde Venus mit Amor als Honigdieb von Lucas Cranach dem Älteren

Geht es in der römischen und griechischen Mythologie um die Liebe, darf Amor (bzw. Eros) natürlich nicht fehlen. Amor ist Gott und Personifikation der Liebe und der Sohn von Venus (bzw. Aphrodite), der Göttin der Schönheit, Liebe und sinnlichen Begierde.  Auch Amor ist ein richtiger Honigliebhaber! Das zeigt zum Beispiel das berühmte Gemälde “Venus mit Amor als Honigdieb” von Lucas Cranach dem Älteren: Amor wird von wütenden Bienen angegriffen und gestochen, weil er Honig aus ihrem Nest geklaut hatte. Die Moral der Geschichte ist: man kann nicht die süße Liebe haben, ohne die Gefahr gestochen zu werden. Ein Stich von Amors Pfeilen hingegen versetzt Menschen bekanntlich in Liebesrasereien. Man munkelt, dass er seine spitzen Geschosse zusätzlich in Honig taucht und so die Herzen der Menschen mit honigsüßer Liebe füllt.

Schleier, Eheringe und Honig - über honigsüße Hochzeitstraditionen

Aber auch heute ist Honig noch im romantischen Kontext zu finden. Der Begriff “Honeymoon” für die aufregenden Flitterwochen ist immer noch in aller Munde. Dieser Ausdruck kommt von der Tradition, dass die Braut nach der Hochzeit einen ganzen Monat lang Met (Honigwein) trank, um ihre Fruchtbarkeit zu steigern. Honigwein wird auch eine aphrodisierende Wirkung nachgesagt - das soll die Zeit unmittelbar nach der Hochzeit noch prickelnder machen.

In vielen Kulturen ist Honig ein wichtiger Bestandteil der Trauungszeremonie. Im hinduistischen Brauch wird der erwartungsvolle Bräutigam vom Brautvater mit einem rituellen Getränk aus Honig und Joghurt empfangen. Das soll Glück bringen und ist ein Zeichen des Respekts. Auch bei persischen Hochzeiten spielt Honig eine wichtige Rolle. Auf der besonderen Hochzeitsdecke, der “Sofreh Agdh”, sind zahlreiche symbolische Gegenstände verteilt: darunter zum Beispiel ein Spiegel, der Reinheit und Ehrlichkeit versprechen soll, Brot und Käse als Zeichen für kommenden Wohlstand und, Du kannst es Dir bestimmt schon denken, ein Topf Honig, der für ein süßes Leben stehen soll. Diese Zeremonie beruht auf einer Jahrtausende alten persischen Tradition und schafft die Verbindung zwischen alter Kultur und moderner Hochzeit. Nachdem das glückliche Hochzeitspaar dann endlich vermählt ist, tauchen sie jeweils ihren kleinen Finger in den Honig und füttern sich damit - die Ehe hat so im wahrsten Sinne des Wortes einen süßen Start!

Ein Beitrag von Vera von nearBees
vom 14.02.2121