Große Schmalbiene

Heimische Wildbienenarten: die wilden Schwestern der Honigbienen

Große Schmalbiene

Neben den domestizierten Honigbienen gibt es weltweit etwa 20.000 Wildbienenarten. Anders als die Honigbienen sind die meisten Wildbienen nicht staatenbildend, sondern leben in kleinen sozialen Einheiten: sie sind quasi die Singles unter ihren Artgenossen.
Wildbienen werden sehr selten zur Bestäubung von Pflanzen eingesetzt, obwohl einige Arten aufgrund einer Jahrtausende langen Entwicklung eine innige Symbiose mit bestimmten Pflanzen eingegangen sind. Deshalb können sie diese besonders gut bestäuben – manche Wildbienen sogar nur als einzige Art. Stirbt diese Bienenart, stirbt auch die Pflanze aus. In unserem Blog kannst Du Vertreter der über 500, in Deutschland heimischen, Wildbienenarten kennen lernen. Heute: die Große Schmalbiene.

Steckbrief

 Gartenhummel

Lat. Name: Lasioglossum Majus
Flugzeit: April bis September
Vorkommen: selten
Ernährungsweise: polylektisch 
Lebensraum: Lehmgruben, Parks & Gärten

Beschreibung

Weil die Lasioglossum-Arten ein recht unscheinbares Aussehen und dazu noch eine schlanke Statur haben, werden sie auf deutsch auch Schmalbienen genannt. Die Große Schmalbiene ist, wie ihr Name schon vermuten lässt, ein recht großes Exemplar und erreicht mit 11 bis 12 Millimetern eine stattliche Länge im Vergleich zu ihren Artgenossen.  Üblicherweise beträgt die Länge einer Schmalbiene zwischen 4 und 10 Millimetern. 
Die Große Schmalbiene hat eine dunkle Färbung, reduziertes Flügelgeäder und keine dichten Haarbinden auf den Hinterleibstergiten. In der freien Natur ist sie nur schwer von ihren wilden Schwestern zu unterscheiden und es braucht ein geübtes Auge und eventuell etwas Equipment, um das die Wildbiene aus der Nähe zu betrachten.

Ursprung, Habitat und Verbreitung

Die Große Schmalbiene lebt vor allem in Mitteleuropa und kommt zum Beispiel in Frankreich, Slowenien, Nordkroatien oder Polen vor. In Deutschland konnte sie - mit der Ausnahme von Schleswig-Holstein - in allen Bundesländern nachgewiesen werden. Die Große Schmalbiene gilt als gefährdet und ist deshalb äußerst selten. Sie lässt sich, wenn überhaupt, an Lehmgruben, in Parks und Gärten beobachten.

Verhalten und Lebensweise

Lasioglossum Majus schlägt sich, wie die meisten Wildbienen, solitär durchs Leben und ernährt sich von verschiedensten Blüten. Eine Spezialisierung konnte bislang nicht festgestellt werden, sodass die Große Schmalbiene zu den polylektischen Arten gezählt wird. 
Ist es Zeit zu nisten, sucht sich Lasioglossum Majus am liebsten sandige Fleckchen, wo sie Löcher gräbt und ihre Brutzellen verstecken kann. Weil sie ihre Nester unterirdisch anlegt, wird sie als endogäisch bezeichnet. Dieser Begriff beschreibt alle Wildbienenarten, die ihre Nester unter der Erde anlegen - also etwa drei Viertel aller Arten. 
Hin und wieder nistet die Große Schmalbiene kommunal - sie teilt sich also mit anderen Weibchen den Nesteingang, wobei jedes ihre eigenen Brutzellen versorgt.